Liebe Freunde, liebe Besucher,
vorgestern hieß es bei uns in Halle wieder: „Rudern gegen Krebs“. Das Krukenberg Krebszentrum Halle hatte zu dieser besonderen Benefizregatta eingeladen und für uns war natürlich klar: Wir sind dabei!
Denn „Rudern gegen Krebs“ ist für mich weit mehr als eine sportliche Veranstaltung. Es ist ein Tag der Begegnung, der Gemeinschaft und des Miteinanders. Krebspatienten, Angehörige, Ärzte, Pflegekräfte, Selbsthilfe, Unterstützer und viele engagierte Menschen sitzen an diesem Tag im wahrsten Sinne des Wortes gemeinsam in einem Boot.

Auch wir waren wieder mit unserem Stand vertreten und hatten damit einen wunderbaren Anlaufpunkt für viele Gespräche. Der intensive persönliche Austausch stand für uns ganz klar im Vordergrund. Immerhin arbeiten wir seit inzwischen mehr als 22 Jahren sehr eng mit der Universitätsmedizin Halle zusammen. Über all diese Jahre sind viele Kontakte entstanden, aus manchen wurden enge und vertrauensvolle Verbindungen. Umso schöner sind solche Tage, an denen man sich einmal außerhalb von Klinikfluren, Besprechungsräumen oder Veranstaltungen begegnet.
Ich habe mich sehr gefreut, dass auch Frau Prof. Heike Kielstein von der Universitätsmedizin Halle vor Ort war. Ebenso kam unser Klinikdirektor für Hämatologie und Onkologie Herr Prof. Michael Heuser bei uns vorbei und nahm sich Zeit für ein persönliches Gespräch. Genau diese Begegnungen auf Augenhöhe machen eine solche Veranstaltung für mich so wertvoll.
Eine ganz besondere Freude war es außerdem, Silke vom Allgemeinen Behindertenverband in Halle sowie Stephan und Betina aus der Halleschen Selbsthilfe an unserem Stand begrüßen zu dürfen. Solche Besuche zeigen immer wieder, wie wichtig und wie stark die Vernetzung untereinander ist. Jeder engagiert sich an einer anderen Stelle, aber letztendlich verfolgen wir alle dasselbe Ziel: Menschen zu unterstützen, ihnen zuzuhören und gemeinsam etwas zu bewegen.
Natürlich durfte bei all den Gesprächen der eigentliche sportliche Höhepunkt nicht fehlen. 83 angemeldete Ruderboote gingen an den Start und selbstverständlich wurde vom Saaleufer aus kräftig angefeuert, mitgefiebert und gejubelt.
Dabei spielte es für mich gar nicht die größte Rolle, wer am Ende als Erster durchs Ziel fuhr. Viel wichtiger war das Bild, das dieser Tag vermittelte: Gemeinsamkeit statt Alleinsein. Mut statt Resignation. Miteinander statt Nebeneinander.
Und natürlich gab es am Ende auch noch wunderschöne Medaillen als Erinnerung an diesen besonderen Tag.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil dieses Tages war für uns die Typisierungsaktion, denn vielleicht befindet sich unter den neu registrierten Menschen irgendwann genau der passende Lebensretter für einen an Leukämie oder einer anderen schweren Erkrankung des blutbildenden Systems erkrankten Menschen. Bei diesen Typisierungen arbeiten wir seit Langem sehr vertrauensvoll und harmonisch mit der Stefan-Morsch-Stiftung zusammen. Es ist eine Zusammenarbeit, die unkompliziert funktioniert und bei der wir wissen: Wir verfolgen gemeinsam ein Ziel – Leben retten!
Und auch für eine süße Stärkung war bestens gesorgt: Die Halloren Schokoladenfabrik unterstützte unsere Typisierungsaktion mit vielen Kilogramm Halloren Kugeln. Dafür sagen wir von Herzen DANKESCHÖN! Eine solche Unterstützung ist alles andere als selbstverständlich und zeigt einmal mehr, wie viel erreicht werden kann, wenn Unternehmen, Selbsthilfe, Medizin und engagierte Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen. So wurde aus unserer Typisierung nicht nur eine wichtige Aktion, sondern auch eine besonders „süße“ Angelegenheit.
„Rudern gegen Krebs“ findet bei uns alle zwei Jahre statt und ist längst zu einem festen Termin geworden. Für uns steht deshalb schon heute fest: Wenn es wieder heißt „Rudern gegen Krebs“, sind wir selbstverständlich wieder mit dabei.
Denn gerade nach so vielen Jahren in der Selbsthilfe weiß ich eines ganz besonders zu schätzen: Medizin kann unglaublich viel leisten, aber ebenso wichtig sind Menschlichkeit, Begegnungen, Vertrauen und das Gefühl, nicht allein zu sein.
Gestern waren wir alle eine Einheit. Wir haben miteinander gesprochen, gelacht, angefeuert und gemeinsam ein Zeichen gesetzt.
Und vielleicht beschreibt genau ein Satz diesen wunderschönen Tag am besten: Bei „Rudern gegen Krebs“ sitzen wir nicht nur sprichwörtlich alle in einem Boot.
Eure Simone









